Gesundheitsthema Zeckenborreliose

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1. Krankheiten durch Zeckenbisse

Durch Zeckenbisse werden weltweit eine Vielzahl verschiedenartiger Krankheiten übertragen.

In Deutschland und Europa sind es die FSME-Gehirnhautentzündung und die Borreliose. Die FSME tritt vor allen in südlichen Gegenden auf. Gegen diese Krankheit kann man sich vorsorglich impfen lassen. Die FSME wird durch VIREN hervorgerufen.

Das Risiko an einer Borreliose zu erkranken, ist weitaus höher als bisher angenommen wurde. Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, welche durch BAKTERIEN verursacht wird.

Die Krankheit wird seit über 100 Jahren in der Literatur beschrieben.
Ende der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat eine Hausfrau in dem Ort Lyme, Connecticut/USA, festgestellt, dass eine bestimmte Krankheit dort häufiger auftrat als woanders. Sie ging der Sache nach und alarmierte die Gesundheitsbehörden. Die stellten dann fest, dass es sich um eine durch Zecken übertragene Erkrankung handelt.
Sie wurde dann "Lyme-Borreliose" genannt - zu Ehren des Ortes, an dem sie erstmals so genau definiert wurde.
Willy Burgdorfer fand dann im Jahr 1981 den Erreger dieser "Lyme-Borreliose" - nämlich ein schraubenförmiges Bakterium, das man ihm zu Ehren dann "Borrelia burgdorferi" nannte.

Die Borreliose ist kein lokales Phänomen, sondern nimmt durch ihre weite Verbreitung epidemische Ausmaße an. Eine Ansteckungsgefahr mit Erregern der Infektionskrankheit Borreliose besteht praktisch überall in Deutschland, da etwa jede fünfte Zecke mit diesen Bakterien verseucht ist. Jährlich rechnet man in der Bundesrepublik mit ca. 80.000 - 100.000 Neuinfektionen.


2. Der Lebensraum der Zecke.

Zecken leben in Bodennähe, nicht wie irrtümlich behauptet: "sie fallen von den Bäumen her ab". Sie lauern auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Auch im eigenen Garten, auf Wiesen, in Parks und Feldrainen sind sie anzutreffen. Sie setzen sich durch Vorbeistreifen an Sträuchern oder Gebüsch in Wald und Flur, bei der Gartenarbeit, beim Picknick im Grünen auf unsere Kleidung. Von dort aus klettern sie an unseren Körper, sie suchen sich eine warme Stelle,wo sie sich festhalten. Sie betäuben die Stelle mit einem Biss, erst dann stechen sie zum Blutsaugen zu. Zecken benötigen für ihre Entwicklung Blut von Säugetieren, z.B. Igel, Mäuse, Rehe, aber auch das Blut von Menschen ist ihnen willkommen.


3. Wie man sich vor Zecken schützen kann.

Zeckenbisse kann man leider nicht völlig vermeiden. Bei Beachtung einiger Regeln, können sie aber in Grenzen gehalten werden:


4. Wie werden Zecken entfernt?

Wenn Sie an Ihrem Körper eine Zecke entdecken, so können sie diese auf folgende Weise entfernen:

Wichtiger Hinweis:


Vergessen Sie alle früher angewendeten Mittel zum Entfernen einer Zecke, z.B. mit Oel beträufeln oder mit Uhu-Klebmittel verkleben. Die Zecke bekommt Angstzustände und erbricht ihren Darminhalt mit evtl. Borrelien Bakterien in die Bissstelle.

Achtung:


Wenn sich nach einem Zeckenbiß eine ringförmige Rötung zeigt, sofort den Arzt aufsuchen. Die Rötung ist ein eindeutiger Hinweis auf eine Borrelien-Infektion. Hier ist vorsorglich eine Antibiotika-Therapie angesagt.


5. Stadien der Borreliose

Stadium l

(Frühstadium):

Nach dem Biß der Zecke entwickelt sich bei ca. 50% der Betroffenen eine ringförmige Hautrötung um die Bißstelle, das sogenannte Erthema chronicum migrans. Diese Hautveränderungen können größer und größer werden, bis sie ganze Körper- partien umfassen. In den meisten Fällen verschwindet die Hautrötung von alleine. Sie ist aber ein sicherer Hinweiß auf eine Infektion mit dem Bakterium "Borrelia burgdorferi".
Sehr häufig wird diese Hautveränderung von Grippe ähnlichen Beschwerden, wie erhöhter Körpertemperatur, Schweißausbrüchen, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen begleitet.
Dies ist ein Hinweis darauf, daß sich der Erreger über die Blutbahn im Körper ausgebreitet hat. Nun spricht man vom:

Stadium II (Wochen bis Monate nach Infektionsbeginn):

Wenn eine Infektion in diesem Stadium nicht behandelt wird, siedeln sich die Bakterien in verschiedenen Körperteilen an. Die Bakterien bleiben nur ganz kurz in der Blutbahn, so schnell wie möglich setzen sie sich in den Organen fest.
Die Borrelien haben eine Vorliebe für bestimmte Organe, besonders die Gelenke, Muskeln und Bänder haben es ihnen angetan, sie verursachen dort Entzündungen. Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühl, Brennen und Kribbeln sind in jedem Körperteil möglich.
Auch im Nervensystem treiben sie ihr Unwesen, es kann zu Nervenentzündungen, wie unerträglichen neuragische Schmerzen, die vor allem in der Nacht auftreten können. Lähmungserscheinungen sind keine Seltenheit.

Neben den vorgestelleten Krankheitbildern kann es auch zu einer Hirnhautentzündung kommen , die sich durch starke Kopf- schmerzen, Nackensteifheit, sowie Brennen im Kopf äußert. Aber auch das Herz kann betroffen sein. Die häufigsten Symptome sind Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen. Nicht selten leiden die Betroffenen an Müdigkeit, Schlappheit, häufig auch Schlafstörungen.

Stadium III

(Monate bis Jahre nach Infektionsbeginn):

Dieses Stadium ist durch rheumatische Beschwerden, wie chronische Gelenk- und Muskelentzündungen, sowie durch Hautveränderungen gekennzeichnet. Da die Krankheit in Schüben verläuft und auch noch nach Jahren Beschwerden verursachen kann, ist sie in ihrer Erscheinungsform der Multiplen Sklerose (MS) sehr ähnlich.


6. Die Diagnose:

Um eine Borreliose festzustellen wird der Arzt nach einem Zeckenbiß fragen, und ob es zu einer Hautrötung gekommen ist. Nicht immer weiß der Betroffene von einem Zeckenbiß, bzw. er hat nach einem Zecken- biß keine Hautrötung gehabt. Eine spezielle Blutuntersuchung (Westernblod) kann bestätigen, ob eine Borreliose vorliegt. Aber nicht nur die Blutuntersuchung ist ausschlaggebend ob eine Borreliose vorliegt, hier ist es wichtig dem Arzt die verschiedenen Symptome oder Veränderungen am Körper, welche man bei sich festgestellt hat, mitzuteilen.
W i c h t i g :
Es gibt noch keinen Impfstoff gegen die Bakterien, welche die Borreliose hervorrufen.


7. Symtome der Borreliose

  • Nicht erklärliches Fieber, Schwitzen, Frösteln
  • Nicht erklärliche Gewichtsveränderungen
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Geringe Ausdauer
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Halsschmerzen Schmerzen in den Leisten
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Magenbeschwerden
  • Schmerzen des Brustkorbes
  • Kurzatmigkeit, Husten
  • Herzklopfen
  • Herzstolpern
  • Gelenkschmerzen
  • Gelenkschwellungen
  • Muskelschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteifheit
  • Nackenschmerzen
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühl
  • Brennende oder stechende Gefühlsstörungen
  • Einschießende Schmerzen
  • Sprech- und Schreibschwierigkeiten
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Alkoholunverträglichkeit

und viele andere Symptome


8. Die Behandlung der Borreliose-Erkrankung

Es gibt keine universell wirksame antibiotischeTherapie der Borreliose.Das ausgewählte Medikament und die verschriebene Dosierung ist von Patient zu Patient aus vielfältigenGründen unterschiedlich. Eine Rolle spielen dabei Alter, Gewicht, Magen- Darmverträglichkeit u.a. Es gibt verschiedene Arten von Antibiotika, die zur Behandlung der Borreliose verwendet werden. Wichtigist das eine stadiengerechte Therapie durchgeführt wird.Informationsmaterial [2] zur Behandlung von Borreliose erhalten bei der Borreliose Selbsthilfegruppe Kassel Stadt und Land e.V.


9. Ernährungstips:

Allen Betroffenen wird ein täglicher Verzehr von Joghurt oder anderen Lebensmitteln die Milchsäurebakterien enthalten, empfohlen. Dies hilft zur Aufrechterhaltung der stark belasteten Darmflora. Vitamin C hilft mit der Müdigkeit besser fertig zu werden. Vitamin B-Komplex unterstützt die verschiedenen körperlichen Funktionen zu verbessern.

Wenn Sie Fragen zur Borreliose-Krankheit und deren Verlauf haben, z.B. Sie sind selbst betroffen,erhalten Sie bei der BORRELIOSE Selbsthilfegruppe Kassel Stadt und Land [3] Rat und Hilfe.

  
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