Geschäft mit Wundern, Zeit der Scharlatane, Artikel aus der HNA vom 24.10.2004

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Geschäft mit Wundern

Zeit der Scharlatane

Artikel aus der HNA vom 24.10.2004

(MWE)

Ob per Anzeige oder übers Internet:

Als Wundermittel angepriesene Präparate zur Linderung von Krankheiten boomen derzeit.

Wen beim Blick auf die Anzeigen für geheimnisvolle Pflanzenextrakten, wieder entdeckte alte Heilpflanzen und asiatischer Spezialzubereitungen der Argwohn überkommt, der kann sich an den Hinweisen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen orientieren und die Spreu vom Weizen trennen.

Scharlatanerie bei Nahrungsergänzungsmitteln ist um so wahrscheinlicher, je mehr folgende Aussagen in der jeweiligen Werbung für ein Produkt erschienen:

- bekommt durch wiederholten Hinweis auf seine Herkunft aus exotischen Regionen besondere Attraktivität,

- hilft angeblich, wo die Schulmedizin versagt, speziell in ausweglosen Situationen,

- soll besonders wirksam sein. Als Beweis werden Erfahrungsberichte herangezogen,

- wirkt angeblich gegen eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die nicht miteinander zu tun haben,

- wird als "ganz natürlich" angepriesen und frei von jedweder Nebenwirkung,

- soll nur zeitlich begrenzt in dieser Qualität oder nur bei den "Beratern" dieser Firma erhältlich sein und wird nicht in Drogeriemärkten oder Apotheken verkauft,

- wird schon seit Jahren / Jahrzehnten / Jahrhunderten verwendet, ohne aber offiziell von der Schulmedizin anerkannt zu sein,

- ist so erfolgreich, dass unverständlich bleibt, warum keine Zulassung als Arzneimittel existiert.

Als Begründung folgt dann meist noch, dass auf Pflanzen keine Patente angemeldet werden können.

  
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