Forschungsbericht Seronegative LB

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Forschungsbericht Seronegative LB Geschrieben von: Uwe am Montag, 5 März 2001
Liebe Forumsbesucher, Nachfolgend ein Forschungsbericht zum Thema negative Serologie.

Die Erläuterung des Begriffs Monozyten entnehmen Sie bitte dem link am Ende des Artikels.

Entdeckung von Borrelien DNA in zirkulierenden Monozythen als Beweis chronischer Borreliose

Ping Wang, MS; Ronald Gartenhaus, MD; Sunil K. Sood, MD; James DeVoti, PhD; Carol Singer, MD; Gary Dorante, BS; Eileen Hilton, MD; Department of Medicine, Long Island Jewish Medical Center, the Long Island Campus for Albert Einstein College of Medicine, New York, New York; Northwestern University Medical School, Division of Hematology/Oncology, Chicago, Illinois; Department of Pediatrics, Long Island Jewish Medical Center, the Long Island Campus for Albert Einstein College of Medicine, New York, New York.

Zusammenfassung
Wir berichten über die Entdeckung von Borrelien burgdorferi DNA in zirkulierenden Monozythen bei einer 31 Jahre alten Frau, mit grippeähnlichen Sympthomen gefolgt von neurologischen Anomalien nach einer Reise nach Southampton, Long Island, New York. ENZYMIMMUNOASSAY und Western-Blot waren negativ.
Lymphozyten-Vermehrungs-Probe zu Borrelia burgdorferi war positiv. Borrelia burgdorferi DNA wurde in zirkulierenden Monozythen, durch Benutzung einer verschachtelten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) entdeckt.
Behandlung mit parenteralem Ceftriaxon resultierte in klinischer Verbesserung und die Wiederholung des PCR auf Monozythen, war negativ.
Die Verwendung des PCR zum Entdecken von DNA in zirkulierenden Monozythen ist vielleicht im Einschätzen von seronegativen Patienten mit einem hohen Verdacht von Borreliose nützlich.
[J Spiro Ticken Deseases 7(1):16-19, 2000. © 2000 Borreliose-Fundament, Inc.]

Einführung
Die Diagnose der Borreliose verlangt positive serologische Beweise der Borrelia burgdorferi Infektion im geeigneten klinischen Rahmen.
Seronegative Borreliose ist beschrieben worden und stellt regelmäßig ein diagnostisches Dilemma für den Kliniker dar.
Alternative diagnostische Prüfungen schließen Lymphozyt-Vermehrung und Antigen-Entdeckungs-Proben ein.
Diese Methoden haben mehrere Nachteile, einschließlich Mangels von Standardisierung, sowie schwache Sensibilität und Spezifität.
In diesem Bericht beschreiben wir einen Patienten mit neurologischen Symptomen mit Verdacht auf multiple Sklerose, mit dem Nachweis von B burgdorferi DNA in zirkulierenden Monozythen.

Fallbericht
1993, nach einer Camping-Reise nach Southampton, Long Island, einer 31 Jahre alten weiblicher Bewohnerin von Nassau County, Long Island entwickelte sich ein Mononukleose ähnliches Syndrom mit rauhem Hals, Nackenstarre, und ausgeprägter allgemeiner Ermüdung.
Der rauhe Hals besserte sich , aber die Ermüdung bestand weiter.
Sie fing an, bilaterale Kopfschmerzen zu bekommen, Schwäche auf ihrer linken Seite, und Schwierigkeit beim Gehen. Sie bemerkte auch Konzentrationsschwierigkeiten und Probleme bei der Wortfindung. Eine Kernspinresonanztomographie-Untersuchung, welche im September 1995 gemacht wurde, zeigte punktuelle lineare Gebiete verstärkten Signals im Nervengewebe, die für multiple Sklerose atypisch war. Sie entwickelte Knie und Knöchelschmerzen , ohne Schwellungen. Im Juli 1994 wurden Depression diagnostiziert. Ein Rückenmark Punktion im Juni 1996 enthüllte 7 (WBC)/mm2 (total mononukleär), Protein von 53 mg/mL, Traubenzucker von 58 mg/mL, und 3 oligoklonale Banden.
Cerebraler VDRL war negativ. Bei der physischen Vorstellung im August 1996 war Sie afebril und von guter Erscheinung. Die Neurologische Prüfung ergab ein linksseitige motorische Störung und eine Schwäche der linken oberen Extremitäten . Sie war unfähig mit beiden Füssen gleichzeitig zu gehen, und tendierte dazu, ihren linken Fuß nachzuschleppen. Der Finger-zu-Nase-Test auf der linken Seite war anormal. Der Rest der Prüfung war innerhalb normaler Grenzen, einschließlich einer Rheumatologischen-Prüfung. Laboratoriumseinschätzungen zu dieser Zeit zeigten einen antinukleären Faktor (ANF) Titer von 1:80 und eine Blutsenkungsgeschwindigkeits- rate von 32 mm/hr. VDRL war negativ. Serologische Untersuchungen auf Borreliose zeigten negativen ENZYMIMMUNOASSAY, und Immunoblot im Serum und zerebrospinaler Flüssigkeit. Eine Lymphozyt-Vermehrungs-Probe zu B burgdoferi, die von einem Spezial-Laboratorien durchgeführt wurde, (Santa Monica, CA) zeigte ein deutliches mit einem Lyme angeregten Ergebnis von 18,741 pro Minute an (CPM) und einem Lyme stimulierten Register (SI) von 40.4 als Resultat. (CPM > 10,000 und Lyme SI >10 sind positiv). Eine Extrakt einer ganzen Zelle wurde in der Probe benutzt.
Der Patient erhielt 6 Wochen parenterales Ceftriaxon mit Verbesserung der Laufsympthome, der linksseitiger Schwäche, und der motorischen Störungen. Sie berichtete auch das Verschwinden aller Gelenkschmerzen. Ein Lumbalpunktion am Ende der Behandlung zeigte 1 WBC/mm3, Protein von 43 mg/mL, und Traubenzucker von 58 mg/mL mit 7 oligoklonalen Banden.

Materialien und Methoden
( Technische Durchführung wurde hier nicht übersetzt, da die amerikanischen Methoden sich in der Durchführung von den deutschen unterscheiden.)

Diskussion
Wir präsentieren eine Patientin mit einer wahrscheinlichen Diagnose von multipler Sklerose, die drei Jahre nach dem Ausbruch von Symptomen, einen Nachweis von B burgdorferi DNA in ihren zirkulierenden Monozythen hatte.
Da es es eine klinische Reaktion bei antibiotischer Behandlung der Borreliose gab, die vom Verschwinden von B burgdorferi DNA begleitet wurde, ist es wahrscheinlich, daß die Anzeichen und Sympthome des Patienten, wenigstens zum Teil, durch eine chronische seronegative B burgdorferi Infektion hervorgerufen wurden. Durch das Vorhandensein von oligoklonalen Banden im CSF, es ist auch möglich, daß der Patient begleitende multiple Sklerose und Neuroborreliosis hatte. Seronegative Borreliose wurde in Fällen unzulänglicher antibiotischer Behandlung in der frühen Phase der Infektion beschrieben , während das Vorkommen seronegativer Borreliose unbekannte Ursachen hat, präsentierten sich mehrere Patienten aus endemischen Gebieten mit arthritischen und neurologischen Zeichen und Symptomen, aber mit negativem serologischen Nachweis von B burgdorferi Infektionen, und erfüllten deshalb die CDC Kriterien für eine Diagnose von Borreliose nicht.
Sicherlich existiert die Möglichkeit, daß einige Patienten latent, ständige synoviale, oder ZNS-Infektionen haben ,die nicht von im allgemeinen verfügbaren Testen erkannt werden kann.
Zurückliegende Berichte haben sich auf Lymphozyt-Vermehrung zur Diagnose verlassen, aber Kritiker haben die schlechte Reproduzierbarkeit, niedrigen Spezifität, und hohe Kosten bemängelt. Vor kurzem berichteten Mouritsen et al, daß B burgdorferi DNA im Serum durch Einsatz einer verschachtelten PCR Methode entdeckt werden kann, und das diese PCR Methode in seronegativen Patienten benutzt werden kann.
Ein europäischer Patient mit Myositis, negativer Serologie , und negativem Lymphozyt-Anregungs Test, jedoch PCR Nachweis von B burgdorferi in seinem mononukleären Zellen des peripheren Blut wurde beschrieben. Die Zelle wurde nicht spezifiziert, und über die Verwendung von Kontroll-Exemplaren wurde nicht berichtet. Der Patient hatte ein atypisches klinisches Bild, aber zeigte eine Antwort auf antibiotischer Therapie. Nach unserem besten Wissens ist der gegenwärtige Bericht der erste, welcher die Gegenwart von OspA Genen in menschlichen Monozythen beschreibt.
Monozythen einschließlich der Makrophagen sind sehr aktive phagozytäre Zellen, die in sowohl Blut als auch Geweben anwesend sind.
Weil Antigene Lymphozyten nicht direkt aktivieren können spielen Antigen-präsentierende Zellen einschließlich der Makrophage eine entscheidende Rolle in der Verarbeitung und der Bereitstellung von Antigenen. Die Gegenwart von B burgdorferi DNA in Monozythen und der Rolle von Monozythen ist in vitro und in tierischen Studien beschrieben worden. Es ist möglich, daß die Monozythe als ein Hafen für die Spirochäte dienen kann.
Die Lebensdauer vom zirkulierenden Monozythen ist ungefähr 2 bis 5 Tage vor ihrem Eindringen in das Gewebe, wo Sie vielleicht für eine lange Perioden ausharrt. Es ist gezeigt worden, daß B burgdorferi schnell von Maus-Monozythen aufgenommen wird und in Lysosom abgewandelt wird.
Es gibt vielleicht unbekannte Faktoren, die diese Wandlung abbrechen können, ähnlich in der HIV Infektionen, wo der Virus vielleicht überlebt oder vielleicht sich in Zellen ausbreitet, deren Aufgabe es eigentlich ist ihn zu bekämpfen.Eine Vielfalt physiologischer Anomalien, einschließlich jener von Apoptosis, Glukokortikoid vermittelte Monozythen Funktionen und Regulierung von Stickoxid Synthetase Aktivität können Monozythen daran hindern, kein Antigen zu T-Lymphozyten zu präsentieren. Maus-Monozythen können Krankheitsverursacher aufnehmen, ohne vorausgehenden Opsonisation mit dem zikulierenden Antikörper zu verlangen.
So wird das Aussehen einer Antikörper-Antwort vielleicht verzögert oder wird vielleicht in einigen Patienten abgelehnt.
Vielleicht sind ähnliche Mechanismen für einige Fälle von Seronegativität verantwortlich. Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, daß die B burgdorferi DNA eine vergangene Infektion darstellt und nicht mit den Sympthomen des Patienten verbunden ist. Eine positive Antwort auf ein Placebo bei CFS-Patienten mit keiner dokumentierten ansteckenden Krankheit ist beschrieben worden. Das Verschwinden des PCR Produktes deutet aber daraufhin, daß eine Behandlung in der Beseitigung des Organismus resultierte.

Diese Studie ist vielleicht in Fällen hilfreich , wo Borreliose wahrscheinlich ist, aber die Serologie negativ ist.
Die Gegenwart von DNA bedeutet nicht automatisch eine aktive Infektion.
Trotzdem ist es vielleicht ein Faktor in der Entscheidung, Testreihen von Antibiotika im klinischen Rahmen durchzuführen, nachdem andere Diagnosen ausgeschlossen worden sind. Außerdem ist es vielleicht nützlich, der Wirksamkeit antibiotischer Behandlung mit der Realisierung zu folgen, daß die Gegenwart von DNA notwendigerweise keine aktive Infektion bedeutet muß.
  
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