Latente Lyme Arthritis bricht aus nach autologer Chondrozyten-Transplantation.

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Latente Lyme Arthritis bricht aus nach autologer Chondrozyten-Transplantation.

Marlovits S, Khanakah G, Striessnig G, Vecsei V, Stanek G

Hiermit berichten wir über das –soweit bekannt- erste Mal, dass im Anschluss an eine autologe (autogene)Chondrozyten-Transplantation zur Instandsetzung eines Knorpeldefekts eine latente Borreliose-Arthritis ausbricht. Der Patient hatte keine erkennbaren Zeichen einer Lyme-Borreliose, hatte jedoch 15 Jahre zuvor eine wachsende erythematöse Hautreaktion nach einem Zeckenstich gehabt. Die jetzige Infektion resultierte in massiven Gelenkschwellungen, höherer Körpertemperatur, Verbreitung in das Transplantat (dissemination in the graft) und letztendlich eine misslungene Transplantation.
Die Resultate der normalen bakteriologischen Untersuchungen waren negativ. Es wurde erst an die Diagnose Lyme-Arthritis gedacht als im Serum Borrelien-spezifische Antikörper gefunden wurden. Ein zusätzlicher Beweis wurde geliefert, als Borrelia-DNA-Sequenzen mittels Polymerase Kettenreaktion (PCR) in der Gelenkflüssigkeit festgestellt wurden. Die Diagnose wurde durch eine Kultur von Borrelia burgdorferi aus der Gelenkflüssigkeit bestätigt.

Die Möglichkeit einer latenten Infektion mit Borrelien sollte berücksichtigt werden bei Patienten, bei denen wegen Knorpeldefekte eine autologe Chondrozyten-Transplantation ausgeführt werden soll.

Wir empfehlen, dass die Gelenkflüssigkeit und das Gelenkgewebe auf das Vorkommen lebensfähiger Borrelien kontrolliert werden, bevor ein autologes Transplantat eingesetzt wird.

Arthritis Rheum 2004 Jan;50(1):259-64.
caw-Kaarst – Übersetzung ohne Gewähr – 2/2004
  
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